Venedig besteht nicht nur aus Gassen, Kanälen und Palazzi: Zwischen Brücken und Fondamenta finden sich historische Gärten, schattige Parks und kleine Grünanlagen, in denen man innehalten, entschleunigen und die Stadt aus einer anderen Perspektive entdecken kann.
Einige befinden sich im Herzen der bekanntesten Sestieri (Stadtteile), andere liegen eher versteckt und abseits der üblichen Routen. Es sind Orte, an denen man eine ruhigere und unerwartete Seite Venedigs entdecken kann.
Welche öffentlichen Parks und Gärten in Venedig sind besonders sehenswert?
Jede Grünfläche erzählt eine andere Geschichte von Venedig: Es gibt Gärten mit einer bewegten Geschichte, Orte, an denen Natur, Architektur und zeitgenössische Kunst aufeinandertreffen, sowie schlichtere Parks.
Hier sind sechs Parks und Gärten in Venedig, die Sie in Ihre Reiseroute aufnehmen sollten:
- Gärten der Biennale, Castello
- Königliche Gärten, San Marco
- Papadopoli-Gärten, Santa Croce
- Savorgnan-Gärten, Cannaregio
- Gärten der Marinaressa
- Park der Villa Groggia, Cannaregio.
Gärten der Biennale, Castello
Im östlichen Teil Venedigs sind die Gärten der Biennale ein Ort, an dem Geschichte, Natur und Architektur aufeinandertreffen. Sie wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in der napoleonischen Zeit, angelegt und beherbergen die Biennale seit ihrer ersten Internationalen Kunstausstellung im Jahr 1895.
Heute beherbergen sie 29 ausländische Pavillons, die in verschiedenen Epochen erbaut wurden. Einige von ihnen wurden von bedeutenden Vertretern der Architektur des 20. Jahrhunderts entworfen. Während der Biennale gleicht ein Spaziergang zwischen diesen Gebäuden einer Reise durch die internationale Architektur, eingebettet in eine grüne Umgebung.
Der Dialog zwischen Landschaft, Architektur und zeitgenössischer Kunst macht die Giardini zu einem besonders interessanten Ausflugsziel während der Öffnungszeiten der Ausstellungen, wenn die Pavillons und Ausstellungsräume zugänglich sind.
Vor dem Besuch empfiehlt es sich, den Kalender, die Zugangsbedingungen und die Eintrittspreise auf der offiziellen Website zu überprüfen.
Königliche Gärten, San Marco
Mit Blick auf das Markusbecken sind die Königlichen Gärten eine kleine grüne Oase im historischen Stadtkern, nur wenige Schritte vom Markusplatz entfernt.
Ihre Geschichte geht auf das napoleonische Projekt zur Umgestaltung des Markusplatz-Areals zurück. Nach langer Zeit des Verfalls hat die Venice Gardens Foundation die Restaurierung vorangetrieben und die Gärten im Dezember 2019 für die Öffentlichkeit wiedereröffnet. Für die botanische Restaurierung war der Landschaftsarchitekt Paolo Pejrone verantwortlich, während sich der Architekt Alberto Torsello um die architektonische Sanierung und die Gewächshausanlage kümmerte.
Heute laden Pergolen, blühende Pflanzen und schattige Plätze zum Verweilen ein. Dieser gemütliche Ort überrascht vor allem aufgrund seiner Nähe zu einem der belebtesten Viertel Venedigs. Er ist ideal, um sich eine Auszeit im Grünen zu gönnen, ohne sich weit von San Marco zu entfernen, und um zu beobachten, wie ein historischer Garten durch ein landschaftsarchitektonisches Projekt neues Leben gewinnen kann.
Der Eintritt in die Giardini Reali ist kostenlos. Für Gruppen mit mehr als 10 Personen ist es jedoch erforderlich, den Besuch im Voraus per E-Mail zu reservieren, wobei die Anweisungen auf der offiziellen Website zu befolgen sind.
Papadopoli-Gärten, Santa Croce
Die Papadopoli-Gärten befinden sich im Stadtteil Santa Croce, nur wenige Schritte von der Piazzale Roma entfernt. Die Lage ist besonders günstig für diejenigen, die in die Stadt anreisen oder sie verlassen, aber es lohnt sich auch, sie während eines Stadtbesuchs als echte grüne Oase in Betracht zu ziehen.
Der ursprüngliche Entwurf stammt aus den Jahren 1834–35 und wurde Francesco Bagnara anvertraut, der sich einen Garten im romantischen Stil der damaligen Zeit vorstellte, der sich durch geschwungene Wege und eine üppige Bepflanzung auszeichnet.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erfuhr das Areal bedeutende Veränderungen, vor allem infolge des Baus der Piazzale Roma, doch noch heute sorgt der dichte Baumbestand für weitläufige Schattenbereiche und eine angenehme Atmosphäre.
Der Zugang zu den Papadopoli-Gärten ist kostenlos. Die derzeit veröffentlichten Öffnungszeiten sehen vom 1. April bis zum 30. September eine Öffnung von 7:00 bis 20:30 Uhr und vom 1. Oktober bis zum 31. März von 8:00 bis 18:30 Uhr vor.
Savorgnan-Gärten, Cannaregio
Nicht weit vom Bahnhof Venezia Santa Lucia und der Ponte delle Guglie entfernt liegen die Giardini Savorgnan, eine leicht erreichbare grüne Oase abseits der überfüllten Wege.
Ihre Geschichte ist mit dem gleichnamigen Palast verbunden und erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte: Der Garten wurde im 18. Jahrhundert erweitert und später im Stil der englischen Landschaftsgärtnerei umgestaltet.
Heute ist er einer der weitläufigsten Parks der Stadt mit großen Bäumen, Bänken, Trinkbrunnen, einem Kinderspielplatz und Fitnessgeräten. Die ruhige Atmosphäre macht ihn zu einem angenehmen Ort, um eine Pause einzulegen und eine authentischere und entspanntere Seite Venedigs zu entdecken.
Gärten der Marinaressa
Die Giardini della Marinaressa liegen direkt an der Riva dei Sette Martiri und sind ein kleiner öffentlicher Park im Stadtteil Castello, der auch bequem zu Fuß vom Markusplatz aus zu erreichen ist.
Vier Eingänge verbinden die Via Garibaldi mit der Uferpromenade, und im Inneren bieten schattige Wege und Bänke einen ruhigen Ort, an dem man während des Besuchs eine Pause einlegen kann. Die Nähe zum Wasser und die Atmosphäre machen sie zu einem angenehmen Zwischenstopp auf dem Weg in den östlichen Teil Venedigs.
Während der Biennale ist der Park auch Schauplatz von Ausstellungen und ermöglicht so eine interessante Begegnung zwischen öffentlicher Grünfläche und zeitgenössischer Kunst.
Die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit: Derzeit sind die Öffnungszeiten im Sommer von 7:00 bis 20:30 Uhr und im Winter von 8:00 bis 18:30 Uhr angegeben.
Park der Villa Groggia, Cannaregio
Der Park der Villa Groggia im Stadtteil Cannaregio bewahrt die Spuren eines abgeschiedeneren und weniger bekannten Venedigs.
Im 16. Jahrhundert stand an dieser Stelle der Palazzo Donà, umgeben von Gärten und Gemüsegärten. Ende des 19. Jahrhunderts ließ Giuseppe Groggia dort eine Villa inmitten eines romantischen Gartens errichten. Noch heute stößt man bei einem Spaziergang entlang der Wege auf Statuen, Bögen, Kapitelle und Säulen, die von den verschiedenen Wandlungen dieses Ortes erzählen.
Zu den besonders sehenswerten Elementen gehören auch ein Gewächshaus und das “Teatrino Groggia”, in dem kulturelle Veranstaltungen und Initiativen stattfinden, die sich auch an Kinder und Familien richten.
Die beste Zeit für einen Besuch der historischen Gärten von Venedig
Der Frühling und der Frühherbst sind dank der milden Temperaturen und der farbenprächtigen Landschaft die angenehmsten Jahreszeiten für einen Besuch der Gärten von Venedig.
Im Sommer hingegen werden die Parks zu idealen Orten, um sich an sonnigen Tagen eine Pause im Schatten zu gönnen.
Kinder- und familienfreundliche Parks in Venedig
Einige Parks eignen sich besonders gut für Besucher, die Venedig mit Kindern erkunden: Der Savorgnan-Gärten beispielsweise verfügt auch über einen Spielplatz, während die Villa Groggia aufgrund ihres kleinen Theaters und ihrer ruhigen Atmosphäre ein interessanter Zwischenstopp sein kann. Die Papadopoli-Gärten hingegen laden dank ihrer Nähe zur Piazzale Roma zu einer kleinen Pause ein.
Welche versteckten Gärten in Venedig kann man besichtigen?
Venedig beherbergt auch weniger sichtbare Gärten, die von Mauern und Klöstern geschützt sind: Sie sind nicht immer frei zugänglich und erfordern gerade deshalb etwas mehr Planung.
Zu den interessantesten gehört der “Giardino Mistico” der Unbeschuhten Karmeliten in Cannaregio, in der Nähe des Bahnhofs. Es handelt sich um einen versteckten Garten innerhalb des alten Klosters der Unbeschuhten Karmeliten, ein Ort, der eng mit der Geschichte des Ordens und der botanischen Tradition des Ortes verbunden ist. Auf der offiziellen Website wird darauf hingewiesen, dass für den Besuch der Kirche und des Gartens eine Voranmeldung erforderlich ist.
Es lohnt sich auch, den “Hortus Redemptoris” auf der Giudecca zu entdecken, einen Gemüsegarten, der im Kloster des Redentore untergebracht ist. Nach der Restaurierung ist dieser Ort wieder für Besucher zugänglich und bewahrt ein reichhaltiges botanisches Erbe mit Obstbäumen, Olivenbäumen, Zypressen, Kräutern, Gemüsegärten und einem Teich mit Seerosen.
Auf der Insel San Giorgio Maggiore befindet sich auch das Labirinto Borges, ein Garten der Fondazione Giorgio Cini, der dem Schriftsteller Jorge Luis Borges gewidmet ist. Es besteht aus über dreitausend Buchsbaumsträuchern, die entlang sich verzweigender Wege angeordnet sind und ein symbolreiches Muster bilden. Für einen Besuch muss man die spezielle Führung im Voraus buchen, aber die Mühe lohnt sich: Ein Spaziergang durch dieses Labyrinth ist ein außergewöhnliches Erlebnis, das Natur, Kunst und Literatur miteinander verbindet.
Wie man von Cavallino-Treporti zu den Gärten von Venedig gelangt
Wenn Sie Meer und Natur in Cavallino-Treporti mit einem Spaziergang durch die Gärten und Gassen Venedigs verbinden möchten, ist Camping Ca’Savio der ideale Ausgangspunkt, um die Stadt zu entdecken. Die Anlegestelle von Punta Sabbioni ist nur 5 km vom Campingplatz entfernt, und die etwa 40-minütige Bootsfahrt führt direkt nach San Marco, wobei man das Becken durchquert und auch in der Nähe der Gärten der Biennale vorbeikommt.
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